Orchideen blühen

Im Mittelland muss man mancherorts eine Weile suchen, bis man noch Orchideen findet. In der Schweiz gibt es über 70 Orchideenarten. Viele Arten sind auf die Bestäubung ganz bestimmter Insekten spezialisiert. Die Blumen sind mehrjährig und überdauern den Winter mit Rhizomen oder Wurzelknollen. Die Blattrosetten kann man bereits früh im Frühling entdecken. Das Männliche Knabenkraut (Orchis mascula) auf dem Bild wächst auf extensiv genutzten, mageren Wiesen und Weiden, auf trockenen Riedflächen oder in lichten Wäldern (hier auf einer Magerweide in Urnäsch AR). Orchideen haben winzig kleine Samen ohne Nährgewebe und sind deshalb auf einen Mykorrhizapilz im Boden angewiesen, der den Keimling mit den notwendigen Nährstoffen versorgt.

Schneckenerwachen

Unsere heimische Weinbergschnecke (Helix pomatia) bildet ein Epiphragma, nachdem sie sich in ein Winterversteck verkrochen hat. Das Epiphragma besteht aus Kalk und einem Körpersekret und schützt sie vor Austrocknung und Frost. Im Frühling wird es wieder abgestossen, wenn die Schnecke aus ihrer Winterruhe erwacht. Im Spätwinter bis Anfang April kann man Gehäuse finden, die noch verschlossen und unbeweglich in der Erde liegen. Bald aber ist die Winterruhe der Weinbergschnecke vorüber.

Libellen im Winter!?

An warmen Wintertagen kann es vorkommen, dass man einer Libelle im Flug begegnet – etwas mehr Glück braucht es, die gut getarnten Libellen auf ihren Ruheplätzen zu entdecken. In der Schweiz kommen zwei Arten vor: Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca; nicht gefährdet) und die weitaus seltenere Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca; vom Aussterben bedroht).  Anders als bei vielen Arten, welche als Larve im Gewässer überwintern, überdauern die Winterlibellen den Winter als Imagines und pflanzen sich im April und Mai des folgenden Jahres fort.

Mauerläuferzeit

Mauerläufer sind Felsbewohner und brüten meist an unzugänglichen Stellen im Gebirge. Im Winter kann man die schmetterlingshaften Vögel hie und da auch in tieferen Lagen beobachten, z.B. im Sittertal bei St.Gallen. An Felswänden und Brückenpfeilern sucht er mit seinem feinen, gebogenen Schnabel nach Insekten und Spinnen. Beim Aufflattern sind seine leuchtend roten Flügel für einen Augenblick zu sehen, bevor er wieder gut getarnt am Fels sitzt.

Farbenfrohe Frösche

Dieser Tage scheinen selbst die farbenprächtigen Laubwälder im nebligen Grau zu verschwinden. Umso mehr erfreue ich mich an der Farbenpracht des Miniatur-Regenwalds in der warmen Stube, wo die Pfeilgiftfrösche (Dendrobatidae) das ganze Jahr über aktiv sind. Auf dem Foto zu sehen ist ein  Pasco-Baumsteiger Ranitomeya lamasi in der Nähe eines Geleges, das an einem Blatt „klebt“. Die Art ist in den Wäldern von Peru heimisch und nur etwa 20mm gross. Die Männchen tragen ihre Kaulquappen meist einzeln in kleine Wasseransammlungen, z.B. die Blattscheiden von Bromelien, wo sie sich selbstständig entwickeln. Mit etwas Geduld lässt sich das interessante Verhalten der zierlichen Tiere beim Klettern, Fressen und Balzen beobachten.

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Fabia Knechtle Glogger, Umweltingenieurin BSc ZHAW, Ökologin SVU

Sturzenegg 2147, 9100 Herisau, Telefon 079 251 36 26, naturmanagement@knechtleglogger.ch